Städteservice startet Laubaktion

Der Städteservice erprobt am Rüsselsheimer Mainvorland eine interaktive Solar-Press Müllsammelstation. André Priebe, Disponent des STS, stellt die Anlage vor.

Am Rüsselsheimer Mainvorland hat der Städteservice Raunheim Rüsselsheim (STS) einen neuartigen, interaktiven Mülleimer installiert: Tagsüber belohnt das Gerät Einwürfe von Abfall mit Applaus und anderen Soundeffekten. Die Anlage kann Leichtmüll – beispielsweise Kaffeebecher und andere Verpackungen – auf mehr als die Hälfte ihres Volumens komprimieren. Mit den Entsorgungs-Profis des STS kommuniziert das Gerät über Mobilfunk, unter anderem teilt es seinen Füllstand mit.


Und jetzt noch einmal Applaus für den Pizzakarton: Mit diesem fröhlichen Jingle belohnt der neue Mülleimer am Rüsselsheimer Mainvorland den Einwurf der Pappschachtel. Als anschließend ein Kaffeebecher in die silberne Klappe wandert, lässt die in sattem Rot lackierte Box das Geräusch eines Reißwolfs folgen. So macht es richtig Spaß, seinen Abfall ordnungsgemäß zu entsorgen. Das ist an einem Standort wie dem Mainvorland besonders wichtig, wo sich viele Menschen aufhalten.

Für die Entsorgungs-Profis des Städteservice ist der rote Mülleimer mit Klappmechanik aber nicht nur ein Werkzeug gegen das so genannte Littering, das Hinterlassen von Abfällen im öffentlichen Raum. Der „Solar-Press“-Behälter, den das Unternehmen Stummer aus der Zoeller-Gruppe in Deutschland vertreibt, soll auch die Leerung des Abfallbehälters erleichtern, erklärt André Priebe vom Städteservice: Die rote Box kommuniziert nämlich nicht nur mit ihren Benutzern, sondern auch mit den Betreibern.

So meldet der Behälter per Mobilfunk beispielsweise seinen Füllstand und seinen Standort an die Einsatzzentrale der Abfallsammlung. „Wir wissen dabei nicht nur, wie oft etwas in die Station eingeworfen worden ist, sondern können tatsächlich ablesen, bis zu welchem Grad der Sammelbehälter gefüllt ist“, sagt Disponent Priebe. Denn der Solar-Press, der von dem niederländischen Hersteller Procomat entwickelt worden ist, misst den realen Füllstand durch einen Ultraschallsensor. Damit kann die Frequenz der Leerungen optimal auf die tatsächliche Nutzung der Station angepasst werden. „Auch bei einem Manipulationsversuch meldet sich der Behälter bei uns“, sagt Werner Fischer, Abteilungsleiter Sammlung und Straßendienste des STS.

Zwei Stationen des innovativen Mülleimers hat der Städteservice für eine Testphase gemietet. Das erste Gerät ist seit Anfang Oktober am Mainvorland installiert, über den Standort für den zweiten Solar-Press wird gerade entschieden, sagt Werner Fischer. 

Positiv bewerten die Experten des Städteservice nach den ersten Betriebstagen die durchdachte Technik: So kommt die Station trotz ihrer umfangreichen technischen Ausstattung ohne Anschluss an Strom- und Kommunikationsnetze aus. Stattdessen sorgt ein Photovoltaikpaneel auf der Oberseite für die Versorgung mit elektrischer Energie, der Datenaustausch läuft über Mobilfunk. Der Strom wird in einer Batterie gespeichert, das genügt für Sensorik und Pressemechanismus. 

Pfiffig gelöst ist auch das Innere der Box: Darin steht eine handelsübliche Mülltonne mit 120 Liter Fassungsvermögen. Beim Leeren muss also das STS-Team nicht aufwendig einen speziellen Einsatz herausnehmen und entleeren. Vielmehr wird die Tonne einfach an die Schüttung eines der beiden kleinen Müllsammelfahrzeuge des STS gehängt. 

„Diese Fahrzeuge sind sowieso regelmäßig in den engen Innenstadtlagen unterwegs,“ erklärt Städteservice-Vorstand Jens Will, „somit können die Leerung der Müllstationen extrem effizient in unsere üblichen Abläufe mit integrieren“.