Die vergangenen Nächte brachten Frost mit Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt. Einige Haushalte merkten das auch daran, dass den Inhalt ihrer Biomülltonne morgens im Behälter festgefroren war. Besonders ärgerlich ist das dann, wenn der organische Abfall an diesem Tag eigentlich vom Städteservice Raunheim Rüsselsheim (STS) abgeholt werden soll, sich der festgefrorene Biomüll aber trotz der kraftvollen Mechanik des Abfallsammelfahrzeugs nicht aus der Tonne kippen lässt.
Es gibt einige Regeln, mit denen sich diese Eiszeit in der Biotonne vermeiden lässt. Werner Fischer, Abteilungsleiter Abfallsammlung und Straßendienste des Städteservice, erklärt das richtige Verhalten: „Ohne Feuchtigkeit kann der Biomüll nur schwer an den Innenflächen der Tonne festfrieren. Deshalb ist es entscheidend, dass die organischen Abfälle beim Einfüllen möglichst trocken sind“. Das bedeutet beispielsweise, dass man Kaffeesatz und Teefilter gut abtropfen lässt. Vor allem sollte der Biomüll in trockenes Zeitungspapier gewickelt werden, bevor er in die Tonne kommt.
Die Gefahr, dass der Inhalt der Tonne großflächig anfriert, lässt sich auch durch lockere Befüllung reduzieren, sagt STS-Experte Fischer: Hier kann beispielsweise eine Schicht trockenes Reisig ganz unten in der Tonne Wunder wirken. Alternativ lässt sich dazu auch zusammengeknülltes Zeitungspapier benutzen. Im Garten gesammeltes Laub hingegen eignet sich als Grundlage in dieser Jahreszeit nicht gut, denn es enthält viel Feuchtigkeit. Sehr wichtig ist auf jeden Fall, dass der Inhalt der Biotonne nicht angepresst wird, sondern locker bleibt.
Seit der Einführung der Biotonne vor 25 Jahren wird in den Stadtgebieten von Raunheim und Rüsselsheim der organische Abfall in eigenen Behältern entsorgt. Insgesamt leert der STS Woche für Woche in beiden Städten zusammen mehr als 13.000 Biotonnen. Bei Neuanschaffungen kommen ausschließlich Tonnen des Herstellers Henkel mit rundum geschlossenem, konisch zulaufendem Korpus und einem halbkugelförmigen Boden zum Einsatz. In diesem Tonnentyp bleibt der Abfall deutlich seltener stecken als in der klassischen Kastenform. Auch das macht sich bei
Minusgraden positiv bemerkbar.

Was können die Haushalte im Winter noch tun, außer den Biomüll trocken und locker geschichtet einzufüllen? „Auch durch den Standort der Tonne lässt sich das Risiko eines Anfrierens des Biomülls senken“, sagt André Priebe vom STS. So sollte die Biotonne im Winter windgeschützt und nahe der Hauswand aufgestellt werden. Ideal ist der Standort in einer Garage.
Von brachialen Methoden gegen festgefrorenen Biomüll rät der Städteservice hingegen ab: Die Bürger sollen nicht versuchen, durch festes Schlagen gegen die Seiten der Tonne deren Inhalt loszueisen. Denn der Kunststoff wird bei Minusgraden spröde und kann bei derartiger, punktförmigen Belastung reißen. Höchstens lässt sich angefrorener Biomüll innen vorsichtig mit Spaten oder Schaufel lösen. Und auf keinen Fall darf der Biomüll im Winter in Plastiktüten verpackt in die Tonne geworfen werden. Dann nämlich kann der wertvolle Rohstoff und Energielieferant nicht zu Kompost verarbeitet werden.
